Folge 18 - Abgrenzung und Respekt

Shownotes

Folge 18: Abgrenzung und Respekt

In dieser Episode erfährst du:

  • Warum Abgrenzung kein Mutproblem ist, sondern ein neurobiologisches Muster.

  • Warum wir in kritischen Situationen oft in den Freeze, Fight oder Flight geraten.

  • Wie du lernst, innere und äussere Grenzen souverän zu setzen – klar, ruhig und respektvoll.

  • Situation: Unerwünschte Berührung auf der Weihnachtsfeier oder Übergriffigkeiten in der Familie – und wie man damit umgehen kann.

  • Hypnosystemische Perspektiven: Warum dein Nervensystem zuerst Sicherheit braucht, bevor Abgrenzung möglich wird.

  • Konkrete Sätze für klare Grenzen.

  • Mini-Interventionen für deinen Alltag.

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🎧 Viel Spass beim Inspirieren lassen und Reflektieren. 🎈

Bis in 4 Wochen, wenn es wieder heisst: "Potential unleashed - Warum es die kleinen Schritte so in sich haben".

Ich freu mich auf dich!

Deine Regina

Transkript anzeigen

00:00:02: Potential Unleashed, warum es die kleinen Schritte so in sich haben.

00:00:07: In diesem Podcast zur Selbsthilfe spricht Regina Reitinger langjährige hypnosystemische Business Coach, Profilerin und Traumatherapeuten über Erfahrungen aus ihrer täglichen Praxis mit Hührungskräften und Menschen, die sich selbst und das Leben tiefer verstehen

00:00:22: möchten.

00:00:23: Selbstwirksamkeit und Gelassenheit inmitten eines stressigen Alltags.

00:00:27: Ein Spagat, der keiner mehr ist, wenn man sich auf die kleinen Schritte versteht.

00:00:32: Wenn du also Lust hast zu verstehen, wie du komplexen Themen mit einer gewissen Leichtigkeit begegnen kannst, dann hör gleich rein und lass dich ein Stück begleiten.

00:00:43: Herzlich willkommen zu meinem heutigen Podcast.

00:00:46: und heute geht es um Abgrenzung und warum uns das oftmals so schwer fällt.

00:00:53: Weihnachten ist jetzt gerade mal vorbei und Weihnachten ist eigentlich so ein wunderbares Fest, wo es genau eigentlich um Abgrenzung geht.

00:01:03: Also wir reden ja immer davon, Weihnachten ist das feste Liebe, der Familie, der Freundschaft und so weiter.

00:01:09: Und genau deswegen ist es auch ein Fest der Abgrenzung.

00:01:14: Wieso ist eigentlich dann dieses Fest der Liebe und der Begegnung mit der Familie oftmals mit so vielen Konflikten behaftet und wird so unterschiedlich angesehen?

00:01:28: Wieso haben wir da so viele Konflikte und Konfliktpotenzial.

00:01:34: Und das liegt viel an der Abgrenzung bzw.

00:01:38: an der Abgrenzungsfähigkeit der Menschengruppe, mit der ich es zu tun habe.

00:01:43: Und oftmals gehört die Familie nicht gerade zu der Gruppe von Menschen, die es besonders gut kann oder gelernt hat, sich abzugrenzen bzw.

00:01:54: die Grenzen der jeweils anderen Familienmitglieder zu warnen und sich dementsprechend respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen.

00:02:03: Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt, wenn wir uns anschauen, wie wir auch dann später in unserem Leben mit Situationen, die grenzwertig sind, umgehen.

00:02:16: Wenn wir das Familien festnehmen und mal springen zur Firmen-Weihnachtsfeier oder zu einer anderen Gesellschaft oder gesellschaftlichen Anlass, in dem wir uns treffen und wo dann eben vielleicht auch Alkohol fließt und wo bestimmte Menschen vielleicht bestimmte Grenzen nicht warnen können.

00:02:39: die andere Person sich schwer tut, diese Grenzen zu definieren und zu kommunizieren.

00:02:45: Vielleicht ist das passiert jetzt an den Weihnachtstagen oder auf einer Firmenweihnachtsfeier.

00:02:51: Vielleicht hast du es auch beobachtet oder hast du es zu hören bekommen.

00:02:55: Wir haben als Kinder häufig gelernt, was wir dürfen und was wir nicht dürfen und haben das mitgenommen in unser Erwachsenenalter.

00:03:07: Und dann höre ich ganz häufig, ja, ich müsste mich einfach nur trauen.

00:03:10: Oder ja, ich war nicht mutig genug, nein zu sagen oder zu sagen, hey, das geht mir zu nah.

00:03:16: Und hypnosystemisch betrachtet geht es darum, welche inneren Mustern, Loyalitäten wir gelernt haben.

00:03:24: Und ganz häufig begegnet mir dann eben dieses Muster oder dieses Zusammenspiel von Anpassung und Kampf.

00:03:31: Also, wieso kracht es dann am Weihnachtsfest?

00:03:34: Klar, es werden immer wieder ähnliche Muster abgespielt und diese ähnlichen Muster führen dann immer wieder zu ähnlichen Verletzungen und dann zu Streit.

00:03:44: Aber dieser Kampfmodus kann eben auch sein, dass eben wieder wiederholt Grenzen nicht gewahrt werden oder man sich nicht ernst genommen fühlt oder man sich in einer gewissen Rolle wiederfindet, die man als Kind übergestülpt bekommen hat.

00:04:01: die aber mit der heutigen, erwachsenen Person gar nichts mehr zu tun haben, vielleicht auch schon ein Kind nichts zu tun hatte.

00:04:08: Und dann kommt dieser Widerstand und dann kommt wieder dieser Kampfmodus.

00:04:12: Und genauso ist es in diesen Situationen, sagen wir mal, wir sind jetzt auf der Weihnachtsfeier, oder?

00:04:17: Und jemand kann seine Hände nicht bei sich behalten.

00:04:21: Und dann haben wir oftmals diese zwei Muster, die ich sehe.

00:04:25: Es ist mir unangenehm, wie komme ich jetzt aus der Nummer, möglichst politisch korrekt wieder raus, ohne großen Aufsehen zu machen.

00:04:34: Oder eben, ich mache eine Szene.

00:04:37: Und oftmals wird die Person, die die Szene anfängt, dann kritisch betrachtet vom Umfeld, weil es irgendwie jetzt das ganze Licht und die ganze Harmonie stört.

00:04:50: Und auch hier haben wir nicht wirklich was gewonnen.

00:04:54: Also wie können wir das mit der Abgrenzung irgendwie besser hinkriegen?

00:05:00: Und Dr.

00:05:01: Prain, mein virtueller Freund, hat mich dann so gefragt, ja, also ist es nicht irgendwie Charakter, ja, also ob jetzt jemand Kampf ist, lustig ist oder es sich eher anpasst.

00:05:15: Nein, nicht wirklich.

00:05:17: Also ja, unser Charakter wird dadurch geformt oftmals, wenn wir sehr viel in diesen Muster gefordert sind und unser Nervensystem natürlich.

00:05:27: Aber der Punkt ist ja... der, wie schaffe ich es gelassen und entspannt zu bleiben und dem gegenüber mitzuteilen, dass es jetzt gerade sich auf der falschen Seite der Grenze bewegt, oder?

00:05:43: Also wie kriege ich das hin, ohne selbst mein Gesicht zu verlieren und andererseits auch die andere Person möglichst ihr Gesicht nicht verlieren zu lassen?

00:05:53: Und wenn wir jetzt hier, sagen wir mal, wir sind jetzt hier in diesem Weihnachtsfeierkontext im Unternehmen, alle sind irgendwie wohlgestimmt, entspannt, jeder hat schon das ein oder andere Glas Sekt getrunken.

00:06:06: Ja, und dann ist da plötzlich eine Hand, wo sie nicht hingehört, weil da irgendwie ein rückenfreies Kleid ist oder irgendwie das Bein unter dem Tisch und plötzlich liegt da eine Hand.

00:06:20: So, und jetzt habe ich diese zwei Möglichkeiten, also die drei Möglichkeiten, aber die zwei Möglichkeiten von Anpassung und Kampf.

00:06:27: Die Anpassungsvariante ist, ich lächle gequält und tue so, als würde ich das irgendwie alles... ignorieren oder nicht wirklich ernst nehmen.

00:06:39: Die zweite Variante ist aufzustehen und den irgendwie das Klassik ins Gesicht zu schütten und zu sagen, was ihm denn eigentlich einfiele.

00:06:49: Und dann habe ich halt die dritte Möglichkeit.

00:06:52: Und diese dritte Möglichkeit ist, die Hand zu nehmen, diese Person anzuschauen, also wirklich in die Augen zu schauen und mit einem freundlichen, aber bestimmten Ton zu sagen, ich glaube, deine Hand gehört hier nicht hin und mit dieser in Borden die Hand zurückzulegen auf sein eigenes Bein.

00:07:17: Und dann ist eigentlich, ich würde sagen, in achtzig Prozent der Fällen das Problem auch gelöst, weil die andere Seite sehr genau verstanden hat, dass es sich ja ungut verhalten hat in dem Moment und die Grenze wurde klar gesetzt.

00:07:35: und sollte dann auch kein Thema mehr sein.

00:07:38: Sollte es jetzt wirklich weitergehen, dann müsste man nochmal zum nächsten Schritt greifen oder jemanden beiseite holen, um das Thema abzuschließen.

00:07:47: Jedoch ist diese Art, also diese ruhige, souveräne Art, die beste Variante der anderen Person klar zu machen, wo sie steht und dass das von dir nicht toleriert wird.

00:08:04: Und du in dem Moment gewinnst dermaßen an Selbstsicherheit, an Zubereinität und an innerer Glaubwürdigkeit, dass du das für viele und für jede nächste Situation für dich wunderbar nutzen kannst und das für dich ein völlig selbstverständliches Handeln sein wird.

00:08:24: Was steht dagegen?

00:08:25: Wieso fällt uns das so schwer?

00:08:27: Ich habe es jetzt gerade schon gesagt, also wenn in meiner Herkunftsfamilie das mit den Grenzen nicht so wirklich ernst genommen wurde, habe ich diese Variante, dieses Roll-Model, das mit dem Seemann, den der vorm vorgelebt hat, diese Variante einfach nicht gelernt.

00:08:42: Also das heißt Anpassung ist das mit innerem Frust, mit innerem Kampf, der dann oftmals eben auch ausgetragen wird, ist in der Regel das, was wir gelernt haben.

00:08:54: Ich weiß nicht, wie es dir jetzt gegangen ist an deinen Weihnachtstagen mit deiner Familie oder wie du es auch immer verbracht hast.

00:09:01: Vielleicht konntest du genau das beobachten und mich wird schon interessieren, wie du in diesem Jahr damit umgegangen bist und wie du planst, im nächsten Jahr damit umzugehen.

00:09:14: In der Familie ist es ganz spannend, weil man sich da das anschauen kann.

00:09:18: In der Familie haben wir meistens Übergriffigkeiten in der Form von nicht ernst genommen werden Rollenbilder, die aufgedrängt werden, die überhaupt nicht gestimmt haben.

00:09:31: und übergangen werden.

00:09:33: Das Dinge nicht ernst genommen werden.

00:09:36: Es wird über ein lustig sich gemacht oder es wird ein schlechtes Gewissen einem gemacht, wenn man nicht kommt oder nicht so lange bleibt, wie die Eltern das vielleicht vorgesehen haben.

00:09:46: Und so weiter.

00:09:46: Hier sind die Abgrenzungsvarianten eher in dieser Form angesiedelt.

00:09:52: Und da ist es auch ganz wichtig, für sich ein Vorgehen zu entwickeln.

00:09:58: Ich komme da gleich noch drauf.

00:10:00: wie man das besser anbringen kann.

00:10:02: Also wenn die Eltern davon ausgehen, dass man irgendwie drei Tage über Weihnachten bleibt, man selber aber nur vor hat, einen Tag zu bleiben.

00:10:12: dann ist es oftmals so eine unausgesprochene Erwartung, die aber stark verbunden ist mit dem schlechten Gewissen auf der anderen Seite, wenn man dem nicht Folge leistet und ganz ganz schwierig für die Betroffenen das auch wirklich den Eltern gegenüber zu kommunizieren.

00:10:31: Also wenn diese Situation ist, dann ist es einfach so, dass man einfach eine klare Kommunikationsstruktur für sich entwickeln muss, die bedeutet, okay, die Eltern kommen und sagen, ja, du bleibst ja dann bis siebenundzwanzigsten, ja, und man dann sagt, nein, ich fahre am fünfundzwanzigsten abends wieder heim.

00:10:53: Und es dann auszuhalten, dass die Eltern enttäuscht sind, dass die Eltern sagen, ja, aber wieso bleibst du noch länger?

00:11:02: und so weiter, es auszuhalten, ohne sich zurechtfertigen und ohne irgendwelche Entschuldigungen oder Ausreden zu finden.

00:11:12: Und dann, während, sagen wir mal, des Vierundzwanzigsten und Fünfundzwanzigsten, wo man die Zeit miteinander verbringt, drauf zu achten, wo drüber gehen denn die Gespräche und wie laufen diese Gespräche ab und wann merke ich, wann ich mich getriggert fühle, also wann ich wirklich dieses Gefühl habe, so ich raste jetzt gleich aus.

00:11:34: Und dann zu gucken, okay, wo bin ich jetzt in meiner Kindhaltung?

00:11:41: Und wie kann ich jetzt aus der Erwachsenen-Situation heraus reagieren?

00:11:45: Und die Erwachsenen-Position reagiert immer aus der Beobachtung.

00:11:53: Und nicht in der direkten Reaktion auf das Verhalten der anderen.

00:12:00: Situation, also der Vater sagt, ja, du ist ja jetzt sowieso irgendwie noch eine zweite Portion und du hast aber gar keine Lust auf eine zweite Portion, zu sagen, nein, ich möchte keine zweite Portion von Knödel, Fleisch und Soße und die Kelle aber schon über meinem Teller oder über deinem Teller ist, zu sagen, wäre es denn möglich, dass du respektierst, was ich sage?

00:12:28: Und das wird oftmals auch noch überhört und dann es wieder auszuhalten, diese zweite Portion wirklich nicht zu essen, wenn sie schon auf deinem Teller ist.

00:12:41: Genauso wie du im Restaurant oder vielleicht bei Freunden es eher schaffst, etwas, was ja noch mal draufgelegt wurde, obwohl du es nicht möchtest, nicht zu essen.

00:12:50: Vielleicht tust du dich aber da auch schon schwer.

00:12:53: Das wäre eine Übung.

00:12:54: Das wäre eine Übung.

00:12:56: Also aus der Beobachtersituation zu sagen, hast du denn jetzt gesehen, was du gemacht hast?

00:13:01: Du hast mir jetzt eine zweite Portion draufgelegt, obwohl ich dir ganz klar gesagt habe, ich möchte es nicht.

00:13:08: Und jetzt beschwerst du dich bei mir, dass ich dieses Essen nicht esse, dass es jetzt kalt wird und du das wegwerfen musst.

00:13:16: Und hier fangen wir an.

00:13:18: das nicht mehr zu tragen, was die andere Person durch ihr Verhalten verursacht hat oder uns dafür ein schlechtes Gewissen machen zu lassen.

00:13:26: Das ist letztendlich genau die Abgrenzung, dass wir es aushalten können, dass die andere Person enttäuscht ist und dass wir das schlechte Gewissen, das sie uns dadurch machen will, nicht mehr auf uns drauf laden.

00:13:41: Das ist diese Übung zum Beispiel im Familienkonten.

00:13:47: Dr.

00:13:47: Prain fragt mich, Ja, was passiert denn eigentlich in unserem Gehirn, wenn wir uns eben so anpassen bzw.

00:13:59: nicht uns gut abgrenzen können?

00:14:01: Ihr habt es vielleicht alle schon gehört, dieses Freeze Flight Fight.

00:14:07: Das sind diese drei Varianten, die wir haben, um zu reagieren, wenn wir uns in einem Moment überfordert oder überrumpelt fühlen.

00:14:17: Und wenn eine Grenze überschritten wird, dann reagieren wir so.

00:14:21: Wenn alte Grenzen überschritten werden, von unseren Eltern jetzt zum Beispiel, dann reagieren wir erst recht so.

00:14:29: Das ist ja ein alteingeprobtes Programm.

00:14:32: Und genauso ist es aber auch in anderen Situationen, in denen wir uns nicht in der Lage fühlen, uns tatsächlich in der Form zu verhalten, wie wir es gerne hätten.

00:14:45: Wenn wir jetzt das Freeze nehmen, freeze kennen wir, wenn alles im Körper wie erstarrt.

00:14:53: Wenn ich dann oftmals hör, ja, ich konnte nicht anders.

00:14:56: Ich konnte dann gar nichts sagen.

00:14:58: Ich war wie so überrumpelt.

00:14:59: Mir haben sämtliche Worte gefehlt.

00:15:04: Mein Lächeln war wie eingefroren und in meinem Kopf hat sich alles überschlagen, aber ich konnte sozusagen nichts ausdrücken.

00:15:12: Und da haben wir ganz häufig früher in unserer Kindheit gelernt.

00:15:16: Es bringt überhaupt gar nichts, wenn ich mich wäre.

00:15:19: Oder es ist auch irgendwie zu gefährlich, wenn ich mich wäre.

00:15:23: Also ich lasse das jetzt mal lieber und tue so, als würde ich das Ganze gar nicht mitbekommen.

00:15:31: Im Fight-Modus, also wenn wir in den Kampf gehen, dann drücken wir unseren Ärger aus, haben auch klare, vielleicht manchmal nicht so klare Worte, aber laute immerhin, und schaffen Abstand in dem Moment.

00:15:44: Und zerbrechen vielleicht auch manchmal mehr Porzellan als Nötiges.

00:15:49: Und kommen dann irgendwann wieder wie zu Bewusstsein und sehen hinterher, was wir angerichtet haben.

00:15:59: Das ist dann auch ganz häufig mit Charme und Selbstabwertung in Verbindung und bringt uns dann auch nicht wirklich dorthin, wo wir eigentlich hinwollen, nämlich in der Freiheit.

00:16:10: Es bringt uns letztendlich wieder in ... das schlechte Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.

00:16:18: Und dann haben wir die dritte Variante, diese Flight Variante, wo wir in den Rückzug gehen, also wo wir die Situation verlassen, wo wir ausweichen, wo wir uns innerlich distanzieren, wo wir verstummen.

00:16:30: Auch hier ist es komplett nicht möglich, eine Grenze zu setzen, weil wir einfach rausgehen, weil wir für das Gegenüber dann einfach auch nicht mehr greifbar sind, aber wir konnten unsere Position auch nicht klar machen.

00:16:45: Und somit ist es für das Gegenüber völlig normal, beim nächsten Mal sich wieder genauso zu verhalten.

00:16:52: So, definiert es jetzt alles unseren Charakter und unsere Persönlichkeit?

00:16:58: Nein.

00:17:00: Es sind biologische Schutzmechanismen.

00:17:03: Es waren und sind evolutionär unsere Schutzmechanismen, wie wir auf Atok-Situationen reagieren, um uns zu schützen.

00:17:16: Es ist immer ein Hochstressmoment, wenn wir uns überrumpelt fühlen, ohne wirklich einen Ein Mechanismus für uns gefunden zu haben, mit dem wir uns zur Wehr setzen können.

00:17:29: Und wenn wir im Hochstress sind, dann hat es immer was mit Adrenalin zu tun und Adrenalin ist sicher nichts, das unsere Persönlichkeit definiert.

00:17:37: Es definiert unser Verhalten.

00:17:39: Vor allem, wenn es über einen längeren Zeitraum immer wieder gleich auftritt.

00:17:45: So, jetzt fragt mich Dr.

00:17:46: Prain.

00:17:47: Es ist also kein Zeichen von Schwäche.

00:17:50: Und wie ich gerade schon gesagt habe, nein.

00:17:53: Es ist etwas, was uns immer gut eigentlich geholfen hat.

00:17:58: Es hat nichts verändert, aber es hat uns geholfen.

00:18:03: Heute im Erwachsenenalter wollen wir ja, dass sich Dinge ändern oder dass sie sich besser für uns anfühlen, dass wir uns freier fühlen können, gelassener, entspannter und herr der Lage.

00:18:17: Herrin der Lage, oder?

00:18:19: Genau.

00:18:21: Also das heißt, wenn wir uns jetzt vornehmen und sagen, so, also beim nächsten Mal, da werde ich dann mutiger sein, oder ich muss vor allem mutiger sein, dann wird das nicht klappen.

00:18:32: Weil das habt ihr vielleicht alle auch schon mal ausprobiert.

00:18:35: Das funktioniert nicht.

00:18:36: Das kommt bei unserem Nervensystem überhaupt nicht an, weil das ist ein frommer Gedanke, aber es hat überhaupt keinen Impact.

00:18:45: Wir müssen wissen, wie es sich anfühlt.

00:18:49: innerlich klar und souverän zu sein und wie er sich anfühlt in einem Nervensystem, das nicht gestresst ist, zu agieren in einer unangenehmen Situation.

00:19:01: Hypnosystemisch bedeutet innere Abgrenzung.

00:19:05: Ich muss erst mal verstehen, was meine körperlichen Symptome sind, wenn ich zum Beispiel in den Freeze-Modus gehe.

00:19:14: Ich muss verstehen, wie er sich anfühlt, wenn diese Kampfenergie mir hochsteigt, diese Wut.

00:19:21: Und ich muss verstehen, wie es sich anfühlt, wenn ich in den Rückzug gehen will.

00:19:28: Das haben wir gerade schon gelernt.

00:19:29: Alle drei Mechanismen sind evolutionäre Mechanismen.

00:19:34: Und sie sind Mechanismen eben auch aus unserer Kindheit.

00:19:38: Und jetzt geht es darum, unserem Nervensystem neue Möglichkeiten vorzustellen.

00:19:47: Und es geht nur, wenn ich nicht gestresst bin.

00:19:50: Also in der Atok-Situation.

00:19:54: Mit dem Vorsatz, ich bin beim nächsten Mal mutiger, oder ich muss beim nächsten Mal mutiger sein, kann ich es dir versprechen, wird es nicht funktionieren.

00:20:05: Jedoch in einer ruhigen Situation dich hinzusetzen, in einer Art Meditation, vor allem aber in einer Imagination dir vorzustellen, zum Beispiel diese Situation auf der Weihnachtsfeier.

00:20:23: Fremde Hand auf deinem Knie und jetzt, wie gehst du vor?

00:20:30: Und dann stellst du dir das ganz klar vor, so wie ich es gerade beschrieben habe.

00:20:35: Du nimmst es wahr, du atmest tief ein und aus, du nimmst die Hand ganz ruhig, guckst den anderen in die Augen, ist ganz wichtig.

00:20:45: Schaust ihn an und sagst ganz freundlich und bestimmt aber klar, klar.

00:20:51: Ich glaube, deine Hand gehört hier nicht hin.

00:20:54: und legst sie zurück auf seinen Oberschenkel.

00:20:58: Guck sie nochmal ganz tief und bestimmt in die Augen.

00:21:03: Die Stimme ist ganz ruhig, ganz klar und nimmst deine Hand weg und widmest dich wieder der Gesellschaft oder stehst auf oder was auch immer.

00:21:17: Dieses Szenario lässt du mit einem.

00:21:22: Also lässt du immer wieder vor deinem inneren Auge abspielen und verbindet es mit dem Gefühl, mit dem Gefühl der Souveränität und der Gelassenheit, mit der Entspanntheit, die du fühlen möchtest.

00:21:40: Und genau so übst du das.

00:21:44: Und dann bist du hypno-systemisch auf einem anderen Fokus.

00:21:50: Es ist ein anderer alternativer Entwurf, den du hier schneidest für dich.

00:21:55: Und die öfter du ihm wiederholst, desto mehr wird er für dich in der nächsten akut Situation abrufbar sein.

00:22:06: Das heißt, dein Nervensystem wird nicht gestresst sein.

00:22:09: Es muss nicht in eines der drei evolutionären Schutzmechanismen hinein, sondern kann es souverän lösen.

00:22:18: Und du wirst dabei wachsen.

00:22:21: Genauso wie zu Hause am älterlichen Estisch, wo du die zweite Portion mit der Rückspiegelung des Verhaltens, mit dem beobachteten Verhalten stehen lässt und die Suppe im wahrsten Sinne des Wortes nicht für die anderen auslöffelst.

00:22:41: Nicht länger bleibst, nur weil die Erwartungen da sind und das Ganze schaffst mit der Zeit ohne schlechten Gewissen.

00:22:51: Und auch diese Situationen kannst du immer wieder in deinem inneren Auge mit dem Gefühl des Losgelöstseins und des damit völlig in Ordnungsscience verbinden, sodass sich immer mehr ein Sein für dich ermöglicht und für dich möglich macht, die für Abstand sorgt, aber nicht für den Cutoff, die nicht dafür die Verantwortung trägt, ob eine Beziehung gut oder nicht gut ist, sondern dafür, dass du und deine Bedürfnisse ernst genommen werden.

00:23:32: Also ein komplett anderes Verständnis vielleicht von dir und wie du das bisher betrachtet hast.

00:23:41: Wir haben mit dieser dritten Variante Also wenn wir jetzt nicht in Anpassung und Kampf gehen, sondern eben in der dritten Variante des souveränen Abgrenzens eine Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu sein, ohne uns anzupassen, so dass es uns nicht mehr gut tut und ohne in den Kampf zu gehen, dass vielleicht auch ein Beziehungsabbruch im Zweifel die Folge dabei ist.

00:24:06: Und das, finde ich, ist es wert, sich damit auseinanderzusetzen.

00:24:11: und vor allen Dingen darf man nicht vergessen, welches Potenzial von inneren Wachstum des In sich birgt, wenn wir es lernen, so mit anderen zu interagieren.

00:24:26: Und Dr.

00:24:27: Brane meinte dann, das ist eine schöne Neuverknüpfung und wie viele Menschen doch das unterschätzen würden, wie solche inneren Vorübungen und diese Imagination, wie ich gerade gesagt habe, birken können.

00:24:43: Ja, da muss ich ihm recht geben.

00:24:46: Wir unterschätzen das.

00:24:47: Wir unterschätzen das im ganzen Norm.

00:24:51: Also ich habe das immer wieder bei mir auch im Coaching, dass so Rollenspiele und dieses Üben von solchen Situationen unterschätzt wird.

00:25:02: Und nicht gern gemacht wird, weil man sich irgendwie blöd vorkommt.

00:25:06: Oder weil es dann nicht so geläufig ist.

00:25:09: Ja.

00:25:10: Nur wer lernen Dinge?

00:25:12: nur wenn wir a im entspannten Zustand sind, auch wenn es uns gerade nervt, aber dennoch sind wir im vergleichsweise entspannten Zustand.

00:25:23: Und wenn wir die Möglichkeit haben, an unserem Verhalten zu feilen, sodass wir auch ein Progress sehen können, wie sich die Dinge verändern.

00:25:31: Also ich empfehle dabei immer auch so ein Diktiergerät zum Beispiel sich zu nehmen, gerade wenn es um so Framings geht, so um wie formuliere ich jetzt etwas anders, hilft so ein Diktiergerät enorm.

00:25:44: weil wir uns dann selber hören können.

00:25:47: Oftmals haben wir so eine Abneigung gegen unsere eigene Stimme.

00:25:50: Auch das kann sich damit derzeit immer mehr verändern, sodass wir anfangen, uns selber auch anzunehmen.

00:25:57: Also unsere Stimme anzunehmen ist so ein Schritt mit uns selber auch mehr in Verbindung zu kommen, by the way.

00:26:04: Und unsere gelernten Sprach- und Verhaltensmuster.

00:26:11: zu verändern und so ins positive zu verändern, dass wir eine andere Sprache uns aneignen, die zum einen weniger angepasst ist, weniger schwammig ist, aber auch weniger übergriffig, angriffig, gewaltvoll, sondern mehr in dieses Verständnis volle für sich selber hineingehen und in dieses Fragen stellen hineingehen.

00:26:39: Also wir Stellen aus meiner Sicht in unserer Kommunikation und Interaktion mit Menschen viel zu wenig Fragen.

00:26:47: Ich sehe das auch immer wieder im Mitarbeitergesprächen, wenn wir das üben uns weiter, dass es sehr konfrontativ, sehr viel zu schnell auf vorgegangen wird und viel zu häufig auch so aus der Parent-Ebene, also sprich aus der Eltern-Ebene gesprochen wird, statt aus der Erwachsenen-Ebene.

00:27:09: Da haben wir natürlich jede Menge Konfliktpotenzial dauernd, weil wir unterschwellig immer Botschaften mit schicken, die beim anderen immer irgendwie den Kamm schwellen lassen.

00:27:19: Und wir fragen uns, warum die Gespräche nicht gut funktionieren.

00:27:22: Also dieses Üben von gewaltfreier Kommunikation ist ein ganz wichtiger Aspekt.

00:27:29: Und ich sage jetzt extra nicht, ich Botschaften, weil ich Botschaften ungeschickt formuliert, genauso zerstörerisch wirken, als wenn ich das anders mache.

00:27:40: Also es braucht einen komplett anderen Tenor da drin.

00:27:43: Aber das ist noch mal ein anderes Thema, das können wir vielleicht mal in einem anderen Podcast noch mal besprechen.

00:27:50: Kleiner Werbeblock.

00:27:52: Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, es gibt ein dreißig Tage Online-Programm, das ich entwickelt habe, um sich solcher unbewussten Muster bewusst zu werden.

00:28:03: Ich habe das genannt, mit Leichtigkeit zu mehr Gelassenheit und das ist breit.

00:28:07: Und genauso breit ist es auch gemeint.

00:28:10: Denn die Themen, die du dann mit hinein nimmst und die du dann für dich bearbeitest, sind deine individuell.

00:28:17: Und die Wochenthematiken sind so aufgebaut, dass sie eigentlich alles wunderbar abdecken und du damit die Themen in deinem Leben, die gerade aktuell sind, wunderbar.

00:28:32: bearbeiten, reflektieren, verändern, kannst und damit mehr Klarheit, neue Routinen und neue Verhaltensweisen für dich implementieren kannst.

00:28:42: Wenn dir das nicht reicht, gerne kannst du dich melden für ein Coaching, kostenfreies Erstgespräch, sowieso immer dabei, wo du einfach dann die Möglichkeit hast zu schauen, wo du stehst, wo wir miteinander arbeiten können.

00:28:58: Mein Buch, die Reise zur Warninneren Freiheit, ist auch ein ganz guter Ansatz, um für die Innereflexion Raum zu schaffen und sich eben mit Themen mal zu beschäftigen, was man so im Alltag nicht macht.

00:29:10: Ansonsten freue ich mich, wenn du dran bleibst, wenn du natürlich dem Podcast hoffentlich schon abonniert hast, ihn mit Freunden, bekannten Arbeitskollegen teilst und wenn du mir folgst auf LinkedIn und auf Insta, auf diesen Kanälen, wo ich unterwegs bin und dich einfach inspirieren lässt und wir in Kontakt bleiben.

00:29:33: In diesem Sinne, ich freue mich, wenn wir uns wieder hören.

00:29:37: Und zu unserem nächsten Thema, das ich jetzt noch nicht genau weiß, uns widersprechen.

00:29:45: Und wünsch dir jetzt schon einen guten Start ins neue Jahr, zwusch, sechsundzwanzig.

00:29:54: Und das ist dir gut gelingt, immer gut abgegrenzt und gleichzeitig in Beziehung zu bleiben.

00:30:02: In diesem Sinne, alles Gute und bis bald.

00:30:06: Deine Regina.

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