Folge 24 - Scham und Würde – allgegenwärtig und gleichzeitig verborgen

Shownotes

Wir sprechen problemlos über Stress, Burnout und Konflikte. Aber über Scham? Schwierig.

Dabei ist Scham eines der Gefühle, das unser Denken und Handeln am stärksten steuert – im Beruf genauso wie in der Familie oder in der Gesellschaft. Und genau deshalb, weil sie uns so nah ist, erkennen wir sie oft nicht mehr.

In dieser Folge teile ich Erkenntnisse aus meiner täglichen Arbeit und Ansätze von Dr. Stephan Marks – einem der führenden deutschen Forscher zu Menschenwürde.

Wie immer verbinde ich meine Inhalte mit dem, was ich seit über 15 Jahren meiner Arbeit mit Führungskräften, Gründern und Unternehmen erlebe.

Was dich in dieser Folge erwartet:

→ Warum Scham sich selten offen zeigt – und welche Verkleidungen sie trägt → Was Perfektionismus, Arroganz und Angriff gemeinsam haben können → Die vier Kernfragen der Scham: Anerkennung, Schutz, Zugehörigkeit, Integrität → Wie Beschämung Würde in kleinen, alltäglichen Momenten verletzt → Wo Scham im Arbeitsalltag und in Organisationen wirkt – und was das mit Kultur zu tun hat → Was drei sehr verschiedene Schamreaktionen über uns und andere sagen → Und was wirklich möglich ist – auch wenn Scham tief sitzt

Menschen verändern sich selten durch Beschämung. Menschen verändern sich dort, wo ihre Würde erhalten bleibt.

Diese Folge richtet sich an Führungskräfte, UnternehmerInnen und alle, die in ihrer Arbeit bewusst mit Menschen arbeiten möchten – und bereit sind, auch das zu betrachten, was unter der Oberfläche wirkt.

Weiterführende Impulse:

Wenn dich diese Folge weiterdenken lässt, hier mein Buchtipp:

Deine Reise zur wahren inneren Freiheit – von Regina Reitinger Ein persönlicher und zugleich systemischer Blick auf Bindung, Prägung und Selbstführung.

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In vier Wochen hören wir uns wieder bei „Potential Unleashed – Warum es die kleinen Schritte so in sich haben.“

Bis dahin.

Regina

Transkript anzeigen

00:00:02: Potential

00:00:03: Unleashed.

00:00:04: Warum es die kleinen Schritte so in sich haben?

00:00:07: In diesem Podcast zur Selbsthilfe spricht Regina Reitinger langjährige hypnosystemische Business Coach, Profilerin und Traumatherapeuten über Erfahrungen aus ihrer täglichen Praxis mit Hührungskräften und Menschen, die sich selbst und das Leben tiefer verstehen möchten.

00:00:23: Selbstwirksamkeit und Gelassenheit inmitten eines stressigen Alltags – ein Spagat der keiner mehr ist wenn man sich auf kleine Schritte versteht!

00:00:32: Wenn du also Lust hast zu verstehen, wie du komplexen Themen mit einer gewissen Leichtigkeit begegnen kannst dann hör gleich rein und lass dich ein Stück begleiten.

00:00:43: Herzlich Willkommen zur vierundzwanzigsten Folge von Potential Unleashed!

00:00:48: Warum es die kleinen Schritte so in sich haben?

00:00:52: Ich möchte dich heute mit einer Frage begrüßen, die mich selbst schon eine Zeit lang beschäftigt nämlich was haben Perfektionismus und Manipulation Gemeinsam.

00:01:05: Auf den ersten Blick erscheint nicht viel, oder?

00:01:08: Das eine wirkt irgendwie fleißig, Manipulationen irgendwie berechnend, das eine also eher tugenthaft des Andere fragwürdig.

00:01:19: und doch wenn man genauer hinschaut können beide aus derselben Quelle stammen nämlich als früher Beschämung Aus der Angst nicht genug zu sein nicht dazu zu gehören oder eben einfach nicht zu genügen.

00:01:37: Ja, heute geht es um Scham und um Würde!

00:01:42: Und warum diese beiden Begriffe die zunächst ein wenig alpmodisch erscheinen mögen vielleicht die relevantesten Konzepte für alles sind was wir in Führung, Zusammenarbeit und Entwicklung tun?

00:01:59: Denn Beschämung ist etwas das wir irgendwie alle kennen Und was wir unbewusst versuchen zu vermeiden oder aus einer Beschämung heraus agieren, eben in Form von unterschiedlichen Verhaltensmustern.

00:02:16: Wie dieses Thema überhaupt zu mir kam oder genauer gesagt ich mich mit Charme und dem Begriff Charme mehr beschäftigt habe war jetzt initial ein anderer Podcast, indem Dr.

00:02:32: Stefan Marx gehört habe und der über Scham-und Menschenwürde gesprochen hat, und da bin ich auf die Suche gegangen wo ich ihn kennenlernen kann.

00:02:42: Denn was mir bewusst wurde als ich mich mit dem Thema Scham genauer auseinandergesetzt hab war dass sich es in all den Jahren meiner Arbeit als Coach mit Scham und den Auswirkungen von Scham zu tun hatte.

00:03:01: Überzeugungen von uns, die negativ und die selbst limitieren sind haben ihren Ursprung irgendwo aus einer Beschämung heraus.

00:03:13: Und eine übernommenen Scham.

00:03:16: Kommen wir zurück zu Dr.

00:03:18: Stefan Marx.

00:03:19: Ich habe einen Workshop-Termin gefunden der in meinem Terminkalender gepasst hat.

00:03:25: das war Anfang Juni im Bremen und deshalb möchte ich dem Ganzen Heute eine Podcastfolge widmen, weil ich glaube es ist nicht nur für mich super interessant und spannend in die Eigenschau auch noch mal zu gehen.

00:03:41: Und vielleicht das ein oder andere für sich nochmal herauszufinden an Verhaltensmussern, Kompensationen oder Vertränkungsbemühungen?

00:03:51: Wie gesagt, mich beschäftigt das Thema schon seit mindestens fünfzehn Jahren in meiner Tätigkeit als Coach, nur habe ich es eben immer nicht so benannt.

00:04:04: Denn wenn ich ehrlich bin fand ich mit dem Begriff Charme lange Zeit selbst irgendwie unangenehm.

00:04:10: Es würde allein das Wort etwas in mir berühren dass sich lieber in Ruhe lassen wollte.

00:04:16: Direkt kamen Erinnerungen an Situationen aus meiner Kindheit Jugendliche, aber auch später als Erwachsene.

00:04:24: Momente in denen ich mich klein gefühlt habe bloßgestellt und solänglich jeder von uns kennt das.

00:04:31: Das Ding ist wie gehen wir im Nachgang mit Situationen in denen wir uns beschämt gefühled haben um?

00:04:39: also welche Macht geben wir diesen Situationen im nachhinein?

00:04:44: Und ich finde es ganz wichtig dass wir später wenn wir zurückschauen Ressourcen entwickeln können um diese Beschämung irgendwann nicht mehr so stark in uns wirken lassen müssen, dass wir ihr auch nicht mehr ausweichen müssen und das wird dazu stehen können.

00:05:08: Nicht perfekt zu sein!

00:05:10: Dass wir dazustehen können die Person zu sein, die wir heute sind mit all dem was uns in irgendeiner Form verletzt oder uns kleiner fühlen hat lassen um wieder in einem Bewusstsein zu kommen, dass eine Situation ein Verhalten einer anderen Person nicht die Macht und die Kraft haben darf uns auf Dauer in irgendeiner Form zu verletzen.

00:05:39: Warum wir problemlos über Burnout reden aber nicht überschauen?

00:05:46: Wir können jederzeit über unseren Stress reden über unsere Konflikte über Überforderung über Burn-Out – easy!

00:05:55: Aber überschaun?

00:05:57: Schwierig.

00:05:59: Und das ist kein Zufall, schaum es uns so nahe!

00:06:03: So nah dass wir sie nicht erkennen können.

00:06:06: Sie sitzt tief in uns, sie isst heil von uns – sie beeinflusst unser Denken und Handeln unbewusst viel mehr als uns das Bewusst wäre.

00:06:17: und dieses Handeln und Denken findet überall statt im Beruf, in der Familie oder in der Gesellschaft im Allgemeinen.

00:06:27: Wir schämen uns sogar wegen der Scham, das ist Paradoxe.

00:06:31: Die Blöße die dieses Gefühl in uns hervorruft ist oft schon selbst Scham besetzt und deshalb lohnt es sich eben auch genauer hinzuschauen nicht weil es angenehm ist sondern weil es wirksam ist, weil es hilft uns besser zu verstehen und warum bestimmte Situationen Aussagen was auch immer für uns beschämend wirkt und auch ein Bewusstsein entwickeln, was in unserem Verhalten für andere Personen vielleicht beschämend wirken kann um eine Achtsamkeit zu entwickeln.

00:07:08: Das wäre finde ich ein gutes Ziel.

00:07:11: Ein anderer Aspekt sind die Verkleidungen der Scham Und das fand ich persönlich so spannend Auch eben im Hinblick auf meine Tätigkeit Hüten, mit welchen Bezeichnungen die Scham daherkommt.

00:07:31: Perfektionismus Kontrolle Angriff Aggression.

00:07:36: Die wenigsten Menschen sagen ich schäme mich.

00:07:40: Stattdessen begegnet uns die Schaden irgendwie anders Im Perfekcionismus im zurückziehen In einer Form eines Gedankenkarussells das nachts nicht aufhört sich zu drehen in der Rechthaberei Überanpassung Arroganz, aber eben auch in Gewalt.

00:08:00: Wir dürfen nicht vergessen dass häufig Gewalt nach einer Beschälmung geschieht weil sie einfach zu streng ist sie wirklich aushalten zu können und das klingt zunächst ein bisschen seltsam.

00:08:15: also was hat Arrogans mit Scharn zu tun?

00:08:18: Denkt ihr so um?

00:08:19: Das ist irgendwie Arrogganz ist jemand der irgendwie überheblich ist und der über den Dingen steht.

00:08:24: Im Gegenteil ist ein Kompensationsmuster, aus einer Beschämung heraus kann es sein.

00:08:35: Um die Person oder das Außen von einem Fernzuhalten setzt man eins drauf eine Arroganz und eine Distanz um jemanden nicht näher an sich dran zu lassen.

00:08:48: Es gibt also Sinn, oder?

00:08:51: Und der Hochmut kommt also häufig nach dem Fall Also nach der Beschämmung.

00:08:59: Arroganz, Angriff, Dominanz.

00:09:01: Das können echt wirksame Schutzmechanismen sein!

00:09:05: Versuche den eigenen Schmerz nicht zu spüren.

00:09:08: Versuche sich für neue Beschämung verneuer Verletzung zu schützen und damit die Verletzlichkeit überdecken bevor jemand anderes da vielleicht wieder drauf treten kann.

00:09:23: Rache nach einer Demütigung, Kontrolle nach einem Gefühl des Kontrollverlusts.

00:09:28: Perfektion als Schutzschild gegen das sichtbar werden von Fehlern.

00:09:34: Also kann mich an viele Bewerbungsgespräche erinnern.

00:09:38: früher und mir wurde dann immer sehr häufig die Perfektion als Fehler genannt.

00:09:46: Mit der heutigen Sicht ist es ein ganz interessanter Blickwinkel weil die Perfektion oder der Perfekzionismus eben tatsächlich Ursprünge haben kann, die sowohl der Person als auch der Führungskraft gar nicht bewusst sind.

00:10:06: Doch es wäre ein interessanter Aspekt zu schauen, wenn eine Person einfach nicht loslassen kann.

00:10:15: Eine Aufgabe immer und immer wieder anschaut bevor's mal weitergeht.

00:10:19: Perfktion frisst ja immer auch Effizienz.

00:10:24: Was kann denn das sein, was dir hilft mit der berühmten Achtzigzwanzigregel HEPIA zu sein?

00:10:32: Was hilft dir um diese Angst vor Fehlern wegzunehmen?

00:10:39: und auf Organisationsebene ist es ein Erlernen dass Fehler nichts Zerstörerisches sind also keine Zerstörungskraft haben.

00:10:50: Also wenn aber jemand in seiner Kinder genau etwas Gegenteiliges erlebt hat, dann wird es schwierig für diese Person das auch anzunehmen.

00:11:02: Deswegen ist immer ein Credo von mir eine Entwicklung einer guten Fehlerkultur und die muss natürlich vorgelebt werden und die müssen entsprechend über Zeit mehr und mehr in das Bewusstsein kommen können eben dass ein Fehler nicht zerstörerisch wirkt.

00:11:25: Ein Fehler ist ein Fehlerpunkt und damit die Möglichkeit etwas zu verbessern.

00:11:31: Verbesserung ist nicht Perfektion, Verbesserungen ist effizienter zu einer Lösung zu kommen mit der alle zufrieden sind.

00:11:42: Und das ist ein ganz anderes Denken!

00:11:45: Um das zu verstehen, ist es hilfreich Die Dynamiken, die hinter Verhalten sind auch mehr zu erkennen.

00:11:54: Und das würde ich jeder Führungskraft empfehlen!

00:11:57: Denn wir regen uns immer über das was wir über der Wasseroberfläche sehen auf Vergessen dabei dass es unter der Wasseroberfläche die Gründe dafür gibt.

00:12:08: Kommen wir zurück?

00:12:09: Die vier Kernfragen der Scham.

00:12:13: Scham ist weit mehr als ein Gefühl Jeder kennt es.

00:12:17: Schamm halt echt Kraft.

00:12:19: Es hat echt ganz, ganz viel Energie uns teilweise tagelang mega schlecht fühlen zu lassen.

00:12:29: Es ist eine ewig komplexe menschliche Reaktion auf die Angst nicht würdig zu sein – nicht gut genug zu sein von jemandem anderen als nicht würig betrachtet zu werden.

00:12:42: und sie stellt in uns vier essentielle Fragen.

00:12:46: Die erste ist Bin ich in Ordnung?

00:12:49: So wie ich bin?

00:12:52: Es ist die Frage nach der Anerkennung, Anerkennen von anderen.

00:12:58: Die zweite Frage bin ich sicher und das is' die Frage noch Schutz.

00:13:04: Fühle ich mich sicher in dem Raum, in dem ich bin?

00:13:07: In der Umgebung mit den Menschen?

00:13:11: habe ich Rückzugsmöglichkeiten.

00:13:13: Gibt es eine gute Fehlerkultur?

00:13:16: Die dritte Frage ißt darf ich dazugehören!

00:13:20: Ganz wichtiger Aspekt in uns ist der Wert der Zugehörigkeit.

00:13:26: Bin ich Teil einer Gruppe?

00:13:27: Bin ich Teil des Teams, bin ich Teil der Familie?

00:13:31: oder bin ich irgendwie das schwarze Schaf?

00:13:34: fühle ich mich ausgeschlossen weil ich irgendwie anders bin andere Werte Haltungen vertrete und dass es schon hart wenn man zum Beispiel aus einem Familiensystem ausgeslossen wurde Aus welchen Gründen auch immer Und sein Weg in diesem Leben zu finden, seinen Platz.

00:13:56: Das ist mein Raum.

00:13:58: Es häufig hier der Punkt darf ich Raum haben und die vierte bin ich willkommen.

00:14:07: Ist die Frage nach Integrität?

00:14:10: Also ist es wichtig.

00:14:13: für andere das sich hier bin fällt es auf ob ich hier bin oder nicht.

00:14:18: Das macht einen riesen Unterschied auch zum Thema Motivation.

00:14:22: Wenn Menschen im Unternehmen das Gefühl haben, dass ihr Beitrag nicht gehört und nicht gesehen wird kein Wert darauf gelegt wird es keinen Unterschied macht ob sie etwas machen oder nicht weil sie das Gefühl hat Es wird darüber hinweggegangen SSS selbstverständlich angesehen wie auch immer Dann fehlt dieses Gefühl der Integrität Und dann singt die Motivation.

00:14:50: Motivations zu fördern ist ziemlich easy, indem ich einfach zeige dass das was die Person macht wichtiges einen Unterschied macht und dass sie da ist, dass es ein Unterschied macht.

00:15:06: Diese Fragen sind also keine philosophische Spielerei.

00:15:10: Sie sind die Grundlage unseres Seins, unseres Zusammenlebens.

00:15:15: Es ist die Grundlager wie wir Menschen in Beziehung stehen Und das eben auch in Organisationen, in unserem familiären Umfeld und Freundschaftsbeziehungen.

00:15:26: In der Gesellschaft allgemein!

00:15:28: Und in meiner Arbeit begegnen mir diese Glaubenssätze wie Ich bin nicht gut genug, ich gehöre nicht dazu... ...ich bin unsichtbar, ich bin nicht akzeptabel so wie ich bin.

00:15:41: Ich bin falsch immer wieder von erfolgreichen Menschen, Menschen die nach außen hin extrem viel aufgebaut haben, stabil wirken und auch in vielerlei Hinsicht sind.

00:15:55: Aber alles immer wieder wenn es mal irgendwie ein bisschen schwierig wird, infrage gestellt wird – alles sehr schnell wieder fragil wird!

00:16:09: Und permanent muss außen wieder Mörtel angemischt werden und es müssen wieder Steine produziert werden um immer wieder diese Mauern aufrecht zu erhalten und wieder aufzubauen, ein mühsames Geschäft.

00:16:24: Wenn Innern drin immer wieder kleine Implusionen das ganze zum Zusammenbruch bringen können – da kommt nie Ruhe rein!

00:16:32: Solange innern diese Überzeugung fehlt so wie ich bin, bin ich okay.

00:16:42: Nach außen hin aber einen riesigen Antriebsfeder weil die Menschen immer tun und arbeiten und immer die extra Meile gehen aus dem Bestreben heraus oder beziehungsweise aus dem Gefühl heraus, dass die hundertprozent nicht reichen.

00:17:00: Dass man selbst und man nur man selbst definitiv dazu verdonnert ist, Hundertzwanzig Prozent zu geben mindestens um auf den gleichen Level zu sein wie die anderen vergessen dabei das die Anderen auch vielleicht eine Beschämung kompensieren.

00:17:22: also auch zu gucken Auf die Leistungsträger im Unternehmen und Sang, wieso sind denn das eigentlich meine Leistungsträgerinnen?

00:17:30: Wie kann ich sie unterstützen?

00:17:32: Mehr auf sich selber zu vertrauen.

00:17:35: Die Sätze, die ich gerade genannt habe, die entstehen nicht im Erwachsenenalter, die entstehen nicht in beruflichen Umfeld, grade eben mal so... ...die sind ganz früh entstanden!

00:17:48: Und Sie sitzen tief – im Reptilienglichen – lymisches System Also genau dort, wo wir nicht ohne weiteres hinkommen.

00:17:57: Also ohne Unterstützung?

00:17:58: Nein so unmöglich!

00:18:00: Daran zu kommen zum einen und sie zu verändern nachhaltig.

00:18:04: Wir reden hier nicht von Affirmation ne?

00:18:06: Affirmations finden ein ganz anderen Teil des Gehirn statt haben miteinander nichts zu tun.

00:18:11: Und dann kommen wir zu Würde und Scham.

00:18:16: Und warum so kleine Momente in der frühen Kindheit natürlich auch später große Risse hinterlassen können oder diese Risse einfach immer größer werden lassen können.

00:18:29: Würde, Scham beide Begriffe klingen so erst mal ein bisschen altertümlich verstaubt vielleicht aber sie beschreiben präzise was uns als menschen ausmacht und was unser miteinander entweder trägt oder zerreißt wo wir unseinander zugehörig fühlen oder uns als feinde gegenüberstehen.

00:18:57: Scham entsteht dort, wo Würde verletzt wird.

00:19:01: Die Beschämung wirkt also wie so kleine Faserrisse die die Würde schwächen und alte Risse tiefer werden lassen.

00:19:10: Und diese Risse entstehen oft nicht durch große Krisen.

00:19:14: sie entstehen durch kleine Momente unachtsame Aussagen Bemerkungen Blicke oder eben keine.

00:19:22: Also wenn jemand ignoriert wird heute nennen wir das Ghost.

00:19:26: Das ist ein echter Angriff auf die eigene Würde.

00:19:30: Wer jemand nicht gehört, Mundtut gemacht wird oder einfach überstimmt wird Wenn keine Erklärung kommt für ein unklares Verhalten Damit allein gelassen wird Nicht wichtig genug könnte man dann annehmen wenn über jemanden statt mit ihm gesprochen wird Oder wenn das Gefühl vermittelt wird Austauschbar zu sein.

00:19:59: Ähnlich so wichtig.

00:20:01: Und aus diesen Momenten Wenn Sie sich wiederholen, wenn sie schon sehr früh begonnen haben entstehen Überzeugungen.

00:20:12: Ich bin nicht wichtig!

00:20:13: Kann es eine Überzeugung sein?

00:20:16: Meine Bedürfnisse interessieren keinen.

00:20:19: Ich mache keinen Unterschied oder ich habe eben kein Recht hier zu sein und diese Überzeugungsbleibende gehen jetzt nicht einfach weg.

00:20:30: Und die steuern aus diesem unbewussten Bereich des Gehirns jahrelang Jahrzehntelang.

00:20:37: Sie lassen uns, wenn wir abends im Bett liegen die Aussagen, die wir getätigt haben nochmal neu bewerten.

00:20:43: War das jetzt dumm?

00:20:45: War es jetzt dies?

00:20:46: War ist jetzt jenes?

00:20:47: Was hat der andere Person von mir gedacht?

00:20:49: Sie lassen unser tägliches Leben und wie wir uns selber geben ständig bewerten!

00:20:59: Was spielt Charme in Organisationen für eine Rolle?

00:21:02: Ich habe es gerade schon gesagt.

00:21:04: also unser Verhalten ist ja nicht in Zeit.

00:21:08: Unser Verhalten ist auch nicht nur in unseren Führräumen, in unserer Familie oder in unserem Freundeskreis.

00:21:13: Nein!

00:21:15: Die Beschämung und unser Kompensationsverhalten findet überall statt – und damit natürlich auch in unseren Unternehmen, in unseren Firmen, in unserem Kollegenkreis, in Teams, in mir als Führungskraft, in mich als Mitarbeiter.

00:21:32: Und dort geht es um Performance.

00:21:37: Das hängt häufig sehr eng zusammen.

00:21:41: Unsere Performance, wie wir gesehen werden wo wir stehen innerhalb einer Organisation innerhalb eines Teams ist da hier häufig sehr fragil und damit sind wird dort wo ich am meisten arbeite.

00:21:54: natürlich arbeite ich mit Einzelpersonen die aber meistens auch in einer Organisation teil sind oder in den Organisationen selbst Und Ich glaube Die Verbindung zu dem, was wir bisher besprochen haben lässt sich leicht herstellen.

00:22:11: Also stell dir vor jemand in deinem Team erhält plötzlich keine Einladung mehr zur relevanten Meetings ohne Erklärung oder jemand erfährt von Entscheidungen die über seinen Kopf hinweg getroffen wurden – obwohl es ihm betreffend– ohne ein einziges Gespräch vorher?

00:22:30: Was denkt diese Person über sich in so einer Situation?

00:22:34: Was muss sie

00:22:35: annehmen?!

00:22:37: Natürlich, die kann wütend sein.

00:22:39: Die kann aber auch in den Rückzug gehen sie kann anfangen Gruppchen zu bilden und manipulativ vorzugehen.

00:22:45: alles sind Folgen dieser Beschämung.

00:22:48: alle sind mögliche Versuche sich da irgendwie wieder herauszubinden diesem Schmerz irgendwas entgegenzusetzen.

00:23:01: Aussagen wie ja das müsstest du jetzt eigentlich wissen also bist du dann nicht dabei haben sowas herablassendes, beschämendes.

00:23:09: Auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint ist, gar nicht beabsichtigt ist.

00:23:16: und dann wundern wir uns dass es häufig endlose Rechtfertigungsdebatten gibt das Endlos um den heißen Brei herum geredet wird oder nach einer vermeintlichen Lösung gesucht wird die aber nicht gefunden wird weil jeder Angst hat die erste Handlung zu vollziehen könnte ja fehlerhaft sein.

00:23:39: Und damit hat man den Schwarzen Peter und ist in Gefahr eben wieder negativ Feedback oder eben diese Beschämung erleben zu müssen, das heißt also viele der Verhaltensmuster, Reaktionsmuster die du wenn du jetzt mal so drüber nach reflektierst in deinem Alltag erlebst in deiner Organisation, in dein Unternehmen können durchaus eine Reaktion einer aktuellen Beschämung oder einer frühen Begründetsein.

00:24:14: Wir sehen also das Verhalten, wir sehen nicht immer was die Auslöser waren aber es ist finde ich wichtig eine Sensibilität dafür zu entwickeln.

00:24:24: Als Hypno-Systemikerin schaue ich auch immer Was macht ein Gefühl?

00:24:29: Ein Gedanke?

00:24:30: Eine Emotion mit dem Körper?

00:24:33: In der Regel nehmen wir Reaktionen erst körperlich wahr Und dann kommt erster Gedanke oder eben ein Erkennen, dass jetzt das so ist.

00:24:43: Dass man es jetzt fühlt.

00:24:44: Da muss erstes Gefühl da sein, oder?

00:24:47: Unser Körper ist viel schneller und deswegen ist für mich sehr interessant wo wir die Person des wahrnimmt weil dort können wir auch wieder direkt ansetzen.

00:25:00: wie gesagt Das passiert im limbischen System Reptilien, Gehirn, Amygdala.

00:25:05: Also alles unbewusste alte Regionen des Gehirns.

00:25:09: da kommen wir mit Reden nicht dran.

00:25:13: allerdings wenn wir es schaffen es ausfindig zu machen und es benennen können dann haben ein Weg gefunden an ersten Schritt zumindest das Benennen eines unbewusstem Gefühls.

00:25:29: Und der fang mal beim Körper an.

00:25:31: also Schamüberflütung ist Körperlich spürbar.

00:25:36: Viele Menschen beschreiben das Bedürfnis, im Boden zu versinken.

00:25:40: Rot werden.

00:25:42: Schwitzen.

00:25:43: Abruch des Blickkontakts.

00:25:45: Überhaupt Abbruch des Kontakts.

00:25:48: Das sind Reaktionen eines hoch gestressten Nervensystems und kein Zeichen von Schwäche sondern ein Zeichen.

00:25:55: ich bin jetzt über Vorrat, überwältigt andere erstarren innerlich Der Kopf wird leer, die Worte fehlen und man stammelt irgendwelches Zeug.

00:26:04: Und möchte eigentlich nur noch weg!

00:26:07: Wenn dann das Gegenüber an der Anfänge zu lachen und sagt hey was mit dir eigentlich los?

00:26:10: Das wird nur schlimmer.

00:26:12: Also es gibt Reaktionen, die am wenigsten mit Charme in Verbindung gebracht werden.

00:26:17: wie eben laut werden auch laut lachen dominantes Verhalten manipulatives Verhalten in den Gegenangriff übergehen Aggressionen ja manchmal sogar eben auch Gewalt tätig zu werden.

00:26:33: Und auch das kann ein Versuch sein, den eigenen Schmerz nicht zu spüren oder es irgendwie auf den anderen zurück zu übertragen.

00:26:44: Wie kann ich wenn ich das merke als Gegenüber damit umgehen?

00:26:49: Eins muss ich wissen Ich kann dem Anderen die Scham nicht nehmen und Wenn wir so Sätze sagen wie dafür brauchst du dich doch nicht zu schämen Oder er muss jetzt nicht rot werden Dann verstärken wir das Gefühl beim anderen nur noch mehr.

00:27:08: Denn die Beschämung ist etwas Tief, Persönliches Intimes und wir wollen es sicher in dem Moment mit niemandem teilen und auch nicht darauf angesprochen werden.

00:27:19: Eine günstige Reaktion ist also darüber hinwegzugehen den Blick abzuwenden dem anderen Raum zu geben sich wieder zusammen Und damit ein Stück weit würde zurückzugeben.

00:27:33: Das können wir tun, um bewusster mit uns selbst aber mit anderen auch umzugehen.

00:27:39: Wenn wir merken hier ist gerade jemand tief im Trouble Raum geben, Distanz herstellen würde und damit bin ich schon bei meinem Schlusswort sozusagen.

00:27:53: denn wer versucht über Beschämung andere Menschen zu verändern sie zu etwas zu bringen früher Wahrscheinlich auch nur heute, in der Kindererziehung gerne eingesetzt.

00:28:08: Bewusst oder unbewusst?

00:28:10: Das funktioniert halt nicht!

00:28:12: Beschämung macht einfach nur Beschämungen, macht klein.

00:28:15: Keine Verhaltensänderung?

00:28:17: Nein eine Kompensation wird entwickelt.

00:28:19: Punkt Menschen können sich da verändern, entwickeln, wachsen wo die Würde respektiert wird, wo die Würde erhalten bleibt.

00:28:32: Dort kommen wir mit unserem Besten in uns, im Berührung und können das Beste in uns entwickeln.

00:28:42: Und es gilt für uns als Menschen ganz persönlich in unseren Familien, in unseren nächsten Umfeldern genauso wie in Teams, Führungsbeziehungen, in Organisationen, in der Gesellschaft, allgemein.

00:28:57: In diesem Sinne wünsche ich dir ein würrevolles Miteinander Mit den Menschen, mit denen du dich umgibst und freue mich auf dich.

00:29:07: zur nächsten Folge wenn es wieder heißt Potenzialan liest Warum ist die kleinen Schritte so in sich haben?

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